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Tipps
vom Apotheker Mag. Friedrich Strand
Schutzengel
Apotheke Wels/Neustadt
So bleiben Ihre Lippen schön und gesund
Wie Sie Ihre Lippen schützen, was hinter
eingerissenen Mundwinkeln stecken kann und was gegen Lippenbläschen
hilft
Die
Haut der Lippen ist sehr dünn und empfindlich. So dünn, dass die
Blutgefäße durchscheinen und den Lippen ihre rosarote Farbe geben. Die
Lippenhaut enthält weder Schweißdrüsen noch Talgdrüsen, die die
Hautoberfläche mit Fett und Feuchtigkeit versorgen können. Sie trocknet
deshalb schneller aus und wird rissig. Die Lippen brauchen besondere
Pflege und Schutz gegen äußere Reize.
Problem: Rissige Lippen
Im Winter, wenn die Luft sehr trocken wird, springen Lippen noch
leichter auf. Pflegestifte mit entzündungshemmenden, hautberuhigenden
oder regenerierenden Wirkstoffen wie Kamille, Dexpanthenol oder
Fettstoff-Komplexen lindern die Blessuren.
Problem: UV-Strahlen
Leichten UV-Schutz im Bereich von Lichtschutzfaktor 2 bis etwa 4 bietet
jeder farbige Lippenstift durch die darin enthaltenen Farbpigmente. Für
intensive UV-Belastungen reicht dieser Schutz jedoch nicht aus. Vor
allem im Gebirge und am Meer empfiehlt es sich, Sonnenschutzstifte mit
definierten Lichtschutzfaktoren zu benutzen. Denn die Lippenhaut ist
nicht in der Lage, sich durch ausreichende Pigmentbildung oder durch die
Verdickung der Hornhaut selbst vor UV-Strahlen zu schützen. Übrigens:
Sun-Blocker-Stifte ab LF15 schützen gleichzeitig vor Lippenherpes.
Problem: Eingerissene Mundwinkel
Risse in den Mundwinkeln können eine harmlose Ursache haben. Manchmal
sind sie jedoch auch ein dezentes Warnzeichen. Was dahinter stecken
kann:
Vitamin B2-Mangel: Ein Vitamin B2-Mangel kann sich neben
Müdigkeit und Wachstumsstörungen auch mit Rissen in Lippen und
Mundwinkeln äußern. Das hilft: Leber, Milch, Getreide und Geflügel
enthalten besonders viel Vitamin B2. Schwere Mängel müssen medikamentös
behandelt werden. Ein Mangel lässt sich im Blut nachweisen.
Eisenmangel: Trockene, spröde Haut ist eines der typischen
Anzeichen für Eisenmangel, der sich auch in den Mundwinkeln
niederschlagen kann. Das hilft: Einen Eisenmangel kann der Arzt im Blut
feststellen. Das Defizit im Körper läßt sich in der Regel mit
Eisenpräparaten zum Einnehmen ausgleichen.
Pilz: Candida albicans, häufigster Erreger von Pilzerkrankungen
der Schleimhäute, gehört zur normalen Mundhöhlenflora. Verkrustende
Risse im Mundwinkel mit weißlichem Belag sprechen dafür, dass sich die
Haut aufgrund des Pilzes entzündet hat. Das hilft: Vom Hautarzt Ursache
eindeutig abklären lassen.
Kälte: Besonders in der kalten Jahreszeit neigen die Lippen dazu,
auszutrocknen. Der auftretende Juckreiz verleitet zu andauerndem
Lippenlecken, was die Lippen aber zusätzlich austrocknet und die
Entzündung fördert. Das hilft: Fetthaltige Nachtcremes fürs Gesicht. Die
Lippen mit pflegendem Fettstift plus UV-Filter schützen. Salben mit
Dexpanthenol oder Kamillenextrakt fördern die Wundheilung.
Speichel: Prothesen, die schlecht angepasst sind, können den
Speichelfluss vermehren. Der Speichel läßt die Haut im Bereich der
Mundwinkel aufquellen. Der natürliche Schutzmantel der Haut wird
löchrig, so dass sich leicht Entzündungen breit machen. Bei zusätzlicher
Übersäuerung des Magensaftes kann sich das Problem verschärfen. Das
hilft: Zahnspangen und Prothesen muss der Zahnarzt anpassen.
Magenübersäuerung behandelt der Arzt. Vorläufig helfen wundheilende,
desinfizierende oder schmerzstillende Präparate zum Auftragen z.B. mit
Dexpanthenol, Myrrhe, Salbei oder Kamille.
Bakterien: Verkrusten Bläschen und Pusteln im Mundwinkel
gelbbräunlich, spricht viel für eine „Grindflechte“, verursacht durch
Staphylokokken oder Streptokokken. Ein Abstrich vom Herd der Entzündung
gibt Aufschluss. Das hilft: Eine Hautinfektion mit Staphylokokken oder
Streptokokken befällt oft das ganze Gesicht. Betroffene sollten deshalb
auf jeden Fall zum Hautarzt. Er entscheidet über eine äußerliche oder
innerliche Behandlung zum Beispiel mit Antibiotika.
Neurodermitis: Neurodermitis ist ein chronisch entzündliches
Hautleiden mit starkem Juckreiz. Gerötete, trockene, schuppige Haut –
auch im Gesicht – sowie die vermehrte Fältelung der Lippen sind typisch.
Weil Kälte austrocknet, können sich Juckreiz und Hautirritationen im
Winter verschlimmern. Das hilft: Die Haut eines Neurodermitikers braucht
besondere Pflege, weil sie schlechter Feuchtigkeit halten kann als
gesunde. Sinnvoll sind daher Salben mit Feuchtigkeitsbindern wie
Harnstoff. Wirkstofffreie Pflegesalben auf Wasser-in-Öl-Basis eignen
sich gerade im Winter zur Nacht-, aber auch zur Tagespflege des
Gesichts. Fettstifte schützen die Lippen.
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