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Die richtige Zahnpflege für jedes Lebensalter

Gesunde Zähne sind ein wertvolles Gut: Sind sie erst einmal zerstört, lassen sie sich nicht wieder heilen. Und die Künstlichen sind nie so gut wie das Original. Die Vorbeugung vor Zahnschäden bleibt deshalb das ganze Leben lang wichtig. Doch jedes Alter hat seine spezifischen Zahnprobleme: Daraus lassen sich konkrete Pflegetipps ableiten.

Bei Kindern und Jugendlichen geht es vor allem darum, Karies vorzubeugen. Ab 35 kommt eine neue Gefahr hinzu: Das Zahnfleisch zieht sich immer mehr zurück, legt die Zahnhälse frei und entzündet sich leicht. Mit 50 Jahren hat der Durchschnittsbürger von ursprünglich 32 Zähnen noch 23 im Mund. Die Lücken füllen Brücken, Implantate und Prothesen, die ebenfalls einer besonderen Pflege bedürfen. 

Hier ein Überblick, in welchem Alter welche Zahnpflege ideal ist: 

Bis 6 Jahre

Es ist falsch, dass die Milchzähne nicht gepflegt werden müssen, weil sie sowieso wieder ausfallen. Die ersten Zähne spielen als Platzhalter für die bleibenden Zähne und bei der Sprachentwicklung des Kindes eine wichtige Rolle. Zur Pflege genügen anfangs ein Wattestäbchen und Wasser. Sobald das Kind Zahnpasta nicht mehr verschluckt, unterstützt ein höchstens erbsengroßer Klecks Kinderzahnpasta (Fluorid-Anteil maximal 0,05 Prozent) die mechanische Reinigung mit der Babyzahnbürste

Selbst Hand anlegen können Kinder erst ab etwa drei Jahren. Vorher müssen die Eltern ran; aber auch später sind sie gefordert, ihren Nachwuchs anzuleiten, nachzuputzen und den Putzerfolg regelmäßig zu kontrollieren. Zusätzlich empfehlen viele Kinderärzte die Einnahme von Fluorid-Tabletten. Die Dosierung der Fluorid-Tabletten richtet sich nach dem Alter des Kindes und dem Fluoridgehalt des Trinkwassers am Wohnort. 

Spätestens nach dem dritten Geburtstag sollten Eltern außerdem den ersten Termin beim Zahnarzt ausmachen. So gewöhnt sich das Kind frühzeitig daran, regelmäßig zur Kontrolle zum Zahnarzt zu gehen.


Ab 6 Jahre

Schulkinder dürfen die stärker fluoridierte Zahnpasta ihrer Eltern benutzen. Außerdem brauchen sie nun eine etwas größere Kinderzahnbürste (22 mm) mit einem weichen, engen Bürstenfeld ("multi-tufted"). Beim Zähneputzen ist es wichtig, die Backenzähne hinten im Kiefer nicht zu vergessen, die meist im Grundschulalter durchbrechen und besonders kariesanfällig sind. 

Kinder sollten jetzt auch lernen, welche Nahrungsmittel Karies fördern und dass knackige Kost und langes Kauen beim Essen die Speichelbildung anregen und so die Selbstreinigung der Zähne unterstützen. Süßes sollten Sie nur erlauben, wenn anschließend die Zähne gut geputzt werden. Plaque-Färbetabletten machen den Putzerfolg sichtbar: Haften noch irgendwo Zahnbeläge, färben die Tabletten sie an. 


Ab 12 Jahre

Das sollte jetzt sitzen: mindestens zweimal täglich drei Minuten Zähne putzen, mit rüttelnden, kreisenden Bewegungen die Kauflächen und die Außen- und Innenseite jedes Zahnes säubern. 

Fast 40 Prozent der Zahnoberfläche liegen jedoch dort, wo man mit der Zahnbürste nicht hinkommt. Diese Putzarbeit zwischen den Zähnen erledigt Zahnseide. Für Anfänger eignet sich ein gewachster Nylonfaden, weil er sich leichter zwischen den Zähnen einfädeln lässt. Für Jugendliche mit fest sitzenden Zahnspangen gibt es Spezialzahnseide. Als Einfädelhilfe ist sie an den Enden verstärkt und besitzt einen flauschigen Mittelteil, der beim Reinigen der Zwischenräume vorsichtig hin- und herbewegt wird. 

Zuckerfreie Kaugummis stimulieren beim Kauen den Speichelfluss und aktivieren so die Selbstreinigung der Mundhöhle. Speichel neutralisiert die von Plaquebakterien gebildeten Säuren und erschwert es Bakterien, sich an den Zähnen festzuhaften. 


Ab 35 Jahre

Wird der Zahnbelag nicht regelmäßig entfernt, verhärtet er sich zu Zahnstein. Dieser schiebt sich zwischen Zahn und Zahnfleisch, das Zahnfleisch entzündet sich. Mit zunehmendem Alter geht das Zahnfleisch jährlich um zirka 0,1 Millimeter zurück und lässt erweiterte Zahnzwischenräume frei – ein idealer Platz für Zahnbelag. Die Zahnfleischentzündung kann sogar auf den Kieferknochen übergreifen und in der Folge das Knochenbett entzünden.

Wer bereits erweiterte Zahnzwischenräume hat, tut sich beim Reinigen mitInterdentalbürstchen leichter. Sie kommen wie Zahnseide vor dem Zähneputzen zum Einsatz. Mundduschen spülen Speisereste von den Zähnen und aus den Zahnzwischenräumen. Anhaftende Beläge lassen sich mit dem Wasserstrahl nur entfernen, wenn diese bereits von der Zahnbürste gelockert wurden. Mit einerelektrischen Zahnbürste fällt es übrigens vielen leichter, die Zähne effektiv zu reinigen. 

Im Erwachsenenalter liegen die Zahnhälse oft frei. Sie sind daher leicht anfällig für Karies, weil dem Zahnbein der harte Zahnschmelz fehlt, und reagieren häufig sensibel auf Kaltes, Süßes oder Heißes. Dafür gibt es Spezial-Zahncremes. Sie enthalten Wirkstoffe wie etwa Kaliumnitrat, die die Zahnbeinkanälchen vorübergehend verengen und so das Schmerzsignal mildern. Fluorid-Gel (nur einmal pro Woche anwenden) reagiert direkt mit der Zahnsubstanz, macht sie widerstandsfähiger und verschließt die Zahnbeinkanälchen. 

Mundspül-Lösungen hemmen das Wachstum entzündungsfördernder Plaquebakterien noch zusätzlich. Sie enthalten beispielsweise eine Kombination aus Amin- und Zinnfluorid oder Wirkstoffe wie Hexetidin, Chlorexidin oder Triclosan.


Ab 60 Jahre

Für herausnehmbare Zahnprothesen gibt es spezielle Prothesenbürsten, mit denen Sie Ihre Dritten morgens und abends putzen sollten. Zusätzlich ist es sinnvoll, den Zahnersatz einmal täglich mit einem Gebissreiniger zu säubern. Dieser desinfiziert und entfernt Ablagerungen, die der Zahnbürste entgangen sind. Um die Zwischenräume von Brücken und überkronten Zähnen gründlich zu reinigen, empfiehlt sich eine Spezial-Zahnseide, die sich leicht einfädeln lässt. Wenn sich die Mundschleimhaut mal rötet und entzündet, lindern Mundgels oder Lösungen mit Lidocain oder Wirkstoffen aus Rhabarber oder Kamille die Beschwerden. 

Gurgeln mit Mundwasser (tropfenweise zum Leitungswasser dazugeben) sorgt für frischen Atem. Unangenehme Gerüche lassen sich auch verhindern, wenn Zungenbelag regelmäßig mit speziellen Zungenbürsten entfernt wird. 

Extratipp bei Mundtrockenheit: viel trinken.

 

Tags: Gesundheitstips

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